{"id":794,"date":"2014-09-05T18:58:46","date_gmt":"2014-09-05T17:58:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ziebke.net\/blog\/?p=794"},"modified":"2014-09-05T18:58:46","modified_gmt":"2014-09-05T17:58:46","slug":"das-hohe-haus-ein-jahr-im-parlament-roger-willemsen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ziebke.net\/blog\/2014\/09\/05\/das-hohe-haus-ein-jahr-im-parlament-roger-willemsen\/","title":{"rendered":"Das Hohe Haus: Ein Jahr im Parlament \u2013 Roger Willemsen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Grundlegendes:<\/strong><br \/>\nerschienen im M\u00e4rz 2014<br \/>\n400 Seiten in der gebundenen Ausgabe<br \/>\nVerlag S. Fischer<br \/>\n19,99 \u20ac f\u00fcr die gebundene Ausgabe<\/p>\n<p><strong>Inhaltsbeschreibung:<\/strong><br \/>\nRoger Willemsen begibt sich als Zuschauer auf die Trib\u00fcne im Reichstag, um den Bundestag und seine Abgeordneten bei der Arbeit zu beobachten. Ein Jahr lang beobachtet er in jeder Sitzungswoche des Bundestages die Sitzungen und sichtet die umfangreichen Plenarprotokolle. Hierbei kommentiert er sowohl die gro\u00dfen politischen Debatten als auch die kleinen Beobachtungen am Rande der Sitzungen.<\/p>\n<p><strong>Zum Buch:<\/strong><br \/>\nIch bin grunds\u00e4tzlich skeptisch, wenn B\u00fccher \u00fcber die Politik und die Abgeordneten erscheinen. Allzu oft verallgemeinern diese und scheinen nur dem Stammtischempfinden m\u00f6glichst vieler K\u00e4ufer entsprechen zu wollen, die sich best\u00e4rkt f\u00fchlen wollen in ihrer geringsch\u00e4tzigen Sicht auf die Politik(er). Dennoch hatte ich mich sehr auf dieses Buch von Willemsen gefreut und gehofft, es w\u00fcrde vielleicht einen tieferen Einblick geben. Allerdings wurde ich hier entt\u00e4uscht. Das einzig Neue an diesem Buch war die Sichtweise von der Parlamentstrib\u00fcne, die ja \u00fcber den Abgeordneten schwebt. Genauso schwebt Willemsen \u00fcber den Abgeordneten, als linksliberaler Medienmensch intellektuell Welten \u00fcber den Abgeordneten stehend, deren Argumentationen er meist herablassend kommentiert. Lediglich Gregor Gysi und die Linksfraktion sowie der Gr\u00fcne Hans-Christian Str\u00f6bele kommen einigerma\u00dfen gut weg, der Rest wird doch sehr deutlich abgekanzelt und teilweise beleidigt, weil er den Ansichten von Willemsen nicht entspricht. Willemsen, dem geistvollen und menschenfreundlichen Kommentator ist das Procedere im Bundestag scheinbar eher l\u00e4stig. Ab und an gibt es dann auch nette Episoden zwischen einzelnen Abgeordneten, die Willemsen zu berichten weiss, allerdings schlie\u00dft sich dann wieder \u00fcber Seiten der gleiche Sermon \u00fcber die n\u00e4chste Sitzung an. Wirklich Neues bringt das Buch ohnehin nicht, sind doch viele der Diskussionen einem politisch nicht uninteressierten Zeitungsleser bekannt und auch von nicht politikspezifischen Vorf\u00e4llen, wie dem Zusammenbruch von Agnes Alpers und der ersten Hilfe durch den Abgeordnetenkollegen Helge Braun, hat man gelesen.<\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><br \/>\nSo interessant ich die Idee fand, hier h\u00e4tte man mehr draus machen m\u00fcssen und auch k\u00f6nnen. Eine gewissen Lesergruppe mag es reichen, in ihren Ansichten \u00fcber &#8222;die Politiker&#8220; best\u00e4rkt zu werden. Auch mag manchem Leser die bel\u00e4chelnde Attit\u00fcde gegen\u00fcber den gew\u00e4hlten Bundestagsabgeordneten angemessen erscheinen, ich empfinde sie als herablassend. In dieser epischen L\u00e4nge h\u00e4tte man dieses Werk nicht erschinen sollen, ein l\u00e4ngerer Artikel im Spiegel h\u00e4tte es wohl auch getan.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Grundlegendes: erschienen im M\u00e4rz 2014 400 Seiten in der gebundenen Ausgabe Verlag S. Fischer 19,99 \u20ac f\u00fcr die gebundene Ausgabe Inhaltsbeschreibung: Roger Willemsen begibt sich als Zuschauer auf die Trib\u00fcne im Reichstag, um den Bundestag und seine Abgeordneten bei der Arbeit zu beobachten. 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