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Genug ist genug

Fünf Jahre. Über fünf Jahre lag dieser Blog im Schneewittchenschlaf. Die Welt dreht sich weiter und ich mich auch. Zweiteres allerdings nicht so viel, mir wird leicht schwindelig. Aber was in den letzten Monaten in diesem Land und darüber hinaus passiert ist, hat mich in einer Weise beunruhigt, dass ich nicht weiter bereit bin, mir lediglich passiv mit den Dingen zu beschäftigen. Ich bin derzeit so angefasst wie selten zuvor. Und ich bin nicht bereit, weiter zur schweigenden Masse zu gehören, die angesichts von Verschwörungstheoretikern, Coronaleugnern und Demokratiefeinden nur mit dem Kopf schüttelt und dies nicht thematisiert. Dem Eindruck, dass diese Personen irgendeine relevante Masse erreichen, muss man mit aller Entschiedenheit entgegentreten.

Ganz schön staubig

29. November 2014 – dieses Datum springt mir jedes Mal ins Auge, wenn ich meinen Blog aufrufe, um – da bin ich ehrlich – die notwendigen Updates zu fahren oder zu schauen, ob alles im Reinen ist. An diesem Tag habe ich meinen letzten Post hier veröffentlicht. Zu einem Beitrag hat es aber zwischenzeitlich nicht gereicht, wobei mir weniger die Themen, als die Zeit gefehlt haben. Ich gelobe Besserung. Daher kann dieser Post hier als Auftakt für eine neuerliche Aktivitätsphase genommen werden, denn zumindest für eine Weile hält eine gewisse Aktivität bei mir ja vor.

Leseempfehlung: Nico Lumma zur Zerschlagung von Google

Ich hatte unlängst, noch vor der Entscheidung des Europaparlaments zu einer Zerschlagung von Google schon meine Bedenken ausgedrückt. Nachdem das Parlament – laut Medienberichten auch vorangetrieben durch den deutschen CDU-Europaparlamentarier Dr. Andreas Schwab aus Baden-Württemberg – diese Beschluss gefasst hat, hat Nico Lumma einen sehr lesens- und nachdenkenswerten Blogpopst zu dieser Thematik geschrieben, den ich hiermit jedem ans Herz legen möchte:

Nico Lumma: Die Sache mit dem Zerschlagen von Google

Europas Probleme mit Google

Das Europaparlament will also Google zerschlagen. So berichten zumindest die Medien. Nach dem Eindruck, den Günther Oettinger seit seinem Antritt macht, stand so etwas zu befürchten. Aber dazu vielleicht ein anderes Mal.

Ja, Google ist groß, präsent und erfolgreich. Aber in was für einer Wirtschaftswelt leben wir, in dem das schlecht ist? Google ist ja gerade kein ehemaliges Staatsunternehmen, das in ein Monopol entlassen wurde wie die Bahn. Es war auch nicht von Anfang an dabei. Wer sich an die Anfänge des Internet erinnert, der kannte kein Google. Damals gab es Yahoo. Ein Unternehmen wie Google hat sich hochgearbeitet und erfolgreich am Markt platziert. Dafür sollte diesem Unternehmen Anerkennung erfahren und nicht die Zerschlagung angedroht werden.

Wenn man der Meinung ist, dass wir eine europäische Alternative zum US-amerikanischen Google brauchen, dann müssen wir hier in Europa und gerade in Deutschland die Rahmenbedingungen für Gründer im Allgemeinen und digitale Startups im Besonderen verbessern. Und dann wird der Markt es regeln, wenn dieser eine Nachfrage für eine weniger allmächtige Suchmaschine bietet.

Es kann doch heute nicht immer der Ruf nach Marktdirigismus sein, der erschallt, wenn Unzufriedenheit mit dem Gebaren eines Unternehmens herrscht. Die Marktwirtschaft hat in den letzten Jahrzehnten zu viel Wohlstand in Europa geführt. Dass dies im europäischen Parlament wohl nicht mehr allzu präsent zu sein scheint, muss einen mit Sorge erfüllen.